Ein - Blick in die Schulchronik (1882 – 2007)
Die Schulschwestern vom III. Orden des heiligen Franziskus (Mutterhaus Judenau – ab 1938 Mutterhaus Amstetten) wirken seit 1856 als eigenständige Kongregation in der Diözese St. Pölten.
Am 27. Juni 1882 bezogen die Schulschwestern das vorerst gemietete Haus in Zwettl, errichteten darin eine „Lehr- und Erziehungsanstalt für Mädchen“ und erwarben es einige Jahre später um den Kaufpreis von 22.000 Gulden.
Vier Schülerinnen aus Judenau waren ebenfalls mit den Schwestern nach Zwettl in das neuerrichtete Pensionat übersiedelt. Im Lauf der Ferien kamen noch sechs andere dazu, sodass der Unterricht am 15. September 1882 mit zehn Schülerinnen in einer dreiklassigen Volksschule begonnen werden konnte.
Mit Erlass vom 12. Juli 1894 erhielt die Privat-Volksschule der Schulschwestern in Zwettl das Öffentlichkeitsrecht.
Bauliche Veränderungen:
Im Schuljahr 1895/96 besuchten 96 Schülerinnen die Lehr- und Erziehungsanstalt in Zwettl. Das Schulgebäude wurde 1895 um ein Stockwerk erhöht und an die beiden Seitentrakte wurde ein Anbau angefügt.
Im Schuljahr 1913/14 bewilligte das Unterrichtsministerium in Wien die Eröffnung einer dreiklassigen Bürgerschule.
Die Zeit des 1. Weltkrieges war für die Schwestern und ihr Werk der Erziehung und des Unterrichtes „ein hartes Ringen um die Existenz“.
Im Jahr 1930 errichteten die Schwestern zudem eine einjährige Haushaltungsschule und eröffneten gleichzeitig eine zweiklassige Handelsschule und eine dreiklassige Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Frauenberufe.
Enteignung und Neubeginn nach 1945:
Der Unterricht musste mit Erlass der Kreisleitung Niederdonau vom 24. August 1938 eingestellt werden, die Schwestern mussten das Institutsgebäude verlassen. „Damit schließt die Schulchronik“, die erst mit dem Schuljahr 1945/46 fortgesetzt wurde.
Im Oktober 1945 erhielten die Schwestern das Schulgebäude zurück und sie machten sich mit schier übermenschlichem Einsatz der Kräfte daran, das Haus für den Schul- und Internatsbetrieb wieder herzurichten. Der Ausbruch einer Typhusepidemie in Zwettl machte alle Mühen zunichte.
Der Fortbildungskurs für Mädchen aus landwirtschaftlichen Betrieben wurde wieder aufgenommen.
Im Schuljahr 1946/47 begann eine 1. Klasse Volksschule mit 20 Kindern.
Mit Erlass vom 11. Februar 1953 erhielten die Privat-Volks- und Hauptschule der Schulschwestern in Zwettl das Öffentlichkeitsrecht auf Dauer, nachdem es in den Jahren zuvor immer für einige Schuljahre gewährt worden war.
1963/64 wurde für die berufsbildende Schule ein Schul- und Internatsgebäude in kurzer Zeit errichtet.
Die Gründung der dreijährigen Fachschule und der Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe in den Jahren 1981 und 1982 erforderte wiederum eine bauliche Erweiterung. So entstand 1983/84 als dritter Gebäudekomplex das sogenannte Haus „St. Klara“.
Mit dem Internetanschluss und der Vernetzung der EDV-Räume, der Sonderunterrichtsräume, der Klassen und der Kanzleien wurde 1998/99 die Voraussetzung geschaffen, um im Bereich der Informationstechnologie den Anforderungen eines zeitgemäßen Unterrichts gerecht werden zu können.
Um die Weiterführung und die Erhaltung der von der Kongregation der Schulschwestern III. OSF Amstetten geführten Schulen, Internate und Horte zu sichern, wurde ein Trägerverein gegründet.
Mit 1. Jänner 2007 hat der Trägerverein Franziskanerinnen Amstetten die Rechtsfunktion als Schulerhalter übernommen.